Ein Arbeitstag auf der Alp beinhaltet nicht selten 14 Stunden und mehr. Um 5:00 Uhr morgens beginnen wir mit Kühe holen und einbinden. Der Zusenn startet mit der Butterproduktion. Bis zum Frühstück werden die Kühe gemolken, die Kälber und die Schweine gefüttert, die Käse vom Vortag aus den Formen geholt, die Abendmilch entrahmt und zum Käsen vorbereitet. Nach dem Frühstück wird der Käse hergestellt, der Rahm pasteurisiert, die Butter geformt, der Käse im Reifekeller gepflegt. Die Kühe werden auf die Weide gelassen, der Stall gereinigt, die Mutterkühe und die Rinder geachtet. Am Mittag sind somit alle Standard-Arbeiten erledigt und einem gemeinsamen Mittagessen steht nichts mehr im Weg. Nach dem Mittag stehen verschiedene Arbeiten an: Unterstützung der Hirten, Zäune erstellen oder wieder ablegen, Brennholz rüsten, Weidepflege, Viehtriebe, etc... . Einer aus dem Team bleibt in der Nähe der Hütte, da der produzierte Käse täglich insgesamt etwa 7x gewendet wird. Gegen 16:00 Uhr geht einer die Kühe von der Weide holen und bringt sie zum Stall, so, dass zeitlich zu zweit gemolken werden kann. Nach dem Melken heisst es dann noch: Milch in die Hütte bringen, Kälber und Schweine tränken, Kühe aus dem Stall lassen und ausmisten, Käse zum letzten Mal für diesen Tag kehren, Milchgeschirr reinigen. Da wir auf ein gemeinsames Abendessen grossen Wert legen, helfen wir uns gegenseitig, bis sämtliche Arbeiten erledigt sind. Nach dem Abendessen steht es jedem frei, sein Abendprogramm zu gestalten, wobei sich dann doch eigentlich alle ins Tril (Schlafraum mit Matratze am Boden) zum Schlafen hinlegen.
Ein Leben auf engstem Raum, gestaltet vom Rhythmus der Tiere, der Natur und dem Wetter.